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Raus mit deinem Kind in die Natur!

Für Kinder ist die Natur der schönste Spielplatz. Fragt man Erwachsene nach ihrem schönsten Kindheitserlebnis, nennen sie oft Erlebnisse in der Natur. Kaum einer erwähnt als genialsten Tag seines Lebens einen Tag vor dem Bildschirm. Aber warum kommen Kinder heute so selten mit Natur in Berührung? Und warum ist Natur so wichtig für die kindliche Entwicklung?

Kinder dürfen kaum noch allein von zu Hause weg. Ihr “Aktionsradius” schrumpft von Generation zu Generation. Und wenn Kinder unbeaufsichtigt aus dem Haus gehen, dann nur mit Handy, damit sie jederzeit erreichbar sind.

Warum werden Kinder regelrecht aus der Natur ausgegrenzt?

Aus Angst vor den in der Natur lauernden Gefahren (Straßenverkehr, Kletterbaum, Zecken und Co.) sind viele Eltern froh, ihren Nachwuchs in Sicherheit zu wissen. Außerdem verbringen Kinder heute einen großen Teil ihrer Freizeit vor dem Bildschirm. Fernseher, Handy, Computer und Internet werden häufig als Grund für die Entfremdung der Kinder von der Natur genannt. Ein weiterer Grund ist der Zeitmangel: Nachmittagsprogramme, Förderkurse und Nachhilfeunterricht bestimmen die “Freizeit” der Kinder. Und bis dann noch die Hausaufgaben erledigt sind ist Abendessenszeit und der Tag ist gelaufen. Zum stundenlangen herumstrolchen, spielen und “nichts” tun bleibt keine Zeit. Und dieses “freie Spielen”, das Erforschen und Entdecken der Natur steht auf den ersten Blick weder im direkten Zusammenhang mit besseren Noten in der nächsten Mathe Schulaufgabe, noch werden dabei bestimmte Fähigkeiten gezielt und offensichtlich gefördert. Es besteht aus Sicht der Eltern also kein dringender Grund ihrem Kind den Kontakt zur Natur zu ermöglichen. “Spaß haben” kann ihr Kind ja auch zu Hause. Übersehen werden dabei allerdings die unzählichen positiven Auswirkungen von Naturnähe und Naturerfahrungen.

Warum Kinder Natur brauchen

  • Natur ist nicht genormt. Kein Kletterbaum hat einen TÜV Siegel, kein Stein die gleiche Größe mit einem anderen. Diese Vielfalt an Form, Größe, Länge und Gewicht fordert Kinder dazu auf sich immer wieder neu anzupassen und gibt ihnen die Möglichkeit körperliche Grenzerfahrungen zu machen. Kinder lernen sich dadurch selber besser kennen und lernen was sie sich zutrauen können. Erfolgserlebnisse helfen ihnen ein positives Selbstbild aufzubauen und so ihr Selbstvertrauen zu stärken.
  • Natur wird mit allen Sinnen wahrgenommen. Während es bei den Medien nur um Hören und Sehen geht, kommen in der Natur alle Sinne zu Einsatz.
  • Auf angelegten Spielplätzen inszenieren Kinder eher sportliche Wettkämpfe. Spielen Kinder dagegen in der Wildnis kommen eher Kreativität und Kooperation zum Einsatz.

  • Durch den Kontakt mit der Natur lernen Kinder die Natur wieder wertzuschätzen. Warum sollten sich zukünftige Erwachsenen für den Schutz der Natur einsetzen, wenn sie ohne Beziehung zur Natur aufwachsen?
  • Die Gegenwart von Natur hat eine positive seelische Wirkung. Laut Richard Louv, dem Autor des Buches „Das letzte Kind im Wald“ müsste ADS (Aufmerksamkeits-Defizit-Störung) eigentlich NDS (=Natur-Defizit-Störung) heißen. Wobei “Natur” nicht zwangsläufig ein riesiger Wald sein muss. Bereits ein natürlich gestaltetes Schulgelände das aktiv in den Unterricht integriert wird führt zu besserem Lernerfolg der Schüler.
  • Im Gegensatz zu dem (heute üblichen) vorgefertigten Spielzeug mit bestimmter Funktion, regen natürliche Materialien die kindliche Fantasie an. So wird aus einem Stecken ein Kochlöffel, ein Hilfsmittel um etwas zu erreichen, eine Begrenzung für ein imaginäres Haus oder ein Stift mit dem auf dem Waldboden gemalt wird.

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