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Hilfe, mein Kind ist zu dick!

Bis zu 20% aller Kinder Deutschlands haben Übergewicht. Tendenz steigend. Ärzte warnen Eltern seit langem vor den Folgen, kaum ein Tag vergeht ohne dass dieses Thema von den Medien aufgegriffen wird und trotzdem haben immer mehr Kinder “Jahresringe”. Was läuft falsch? Und was können Eltern konkret tun um ihren Kindern zu helfen?

Kind - Adipositas

Kein Wunder dass amerikanische Kinder so dick sind, die Essen ja nur Fast Food! Uns betrifft das nicht!” So dachten lange viele Eltern, doch der Trend macht an keiner Grenze halt und während wir die Amis belächelten sind auch unsere Kinder immer dicker geworden. Inzwischen gibt es kaum ein Gesundheitsthema mit dem sich die Medien intensiver beschäftigen: Der Stern schreibt über die “Generation Pommes”, der Spiegel und die Süddeutsche über “Europas dicke Kinder” und die Frankfurter Allgemeine über ein “beispielloses Niveau von Übergewicht bei Kindern”. Kaum ein Thema wird so durchleuchtet – nur die eigentlichen Leidträger, die Kinder, haben nichts davon und bleiben trotzdem dick.

Ein paar Kilos zu viel – na und?

Wer so argumentiert sollte zuerst einmal über die Auswirkungen nachdenken, die Übergewicht auf Kinder hat. Dicke Kinder sind weniger leistungsfähig. Sie werden öfter von anderen Kindern gehänselt, sind weniger selbstbewusst, schwitzen leichter und sind kurzatmiger. Übergewicht ist außerdem ein Risikofaktor für das Auftreten von Diabetes und Herzkreislauferkrankungen und somit also weit mehr als nur ein optisches Problem.  

Was genau können Eltern konkret tun?

Mit allgemeinen Ratschlägen wie “Du darfst deinem Kind eben nicht so viele Süßigkeiten geben!” oder “Zieh doch den Fernseher aus der Steckdose, dann wird dein Kind schon vom Sofa hoch kommen!” ist niemand geholfen. Wichtig ist erst einmal nach der Ursache zu fragen: „Warum hat mein Kind eigentlich Übergewicht?“ Tatsächlich gibt es genetische Veranlagungen die zu Übergewicht führen, was aber eher selten der Fall ist. Verplante Nachmittage, Hausaufgaben, Medien und das Bedürfnis der Eltern, ihre Kinder in sicherer Nähe zu wissen, begünstigen den sitzenden Lebensstil. Stress und Überforderung (in der Schule) können dazu führen, dass Kinder Trost im Essen suchen. Und in welcher Familie gibt es heute noch täglich eine frisch gekochte, gesunde Mahlzeit bei der alle Familienmitglieder in aller Ruhe gemeinsam essen? Demnach sind die zwei häufigsten Ursachen für Übergewicht falsche Essgewohnheiten und Bewegungsmangel. Wenn wir Kindern effektiv helfen wollen ihre überflüssigen Pfunde los zu werden, dann müssen wir genau dort ansetzen: Es geht nicht darum Kindern Süßigkeiten, Fernsehen oder das Handy zu verbieten. Hier geht es um unsere Bereitschaft, die Essgewohnheiten und das Bewegungsverhalten der ganzen Familie auf den Kopf zu stellen!  

„Das ist viel zu aufwendig?“

Bevor wir vor dem Aufwand zurückschrecken, sollten wir uns vor Augen halten, wie vielseitig übergewichtige Kinder vom Gewichtsverlust profitieren:

Gesundheit durch Idealgewicht

Mit jedem Kilo weniger sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass Kinder zuckerkrank werden, Rückenschmerzen bekommen oder an den Folgen von Bluthochdruck und Arterienverkalkung leiden.

Positive psychischen Auswirkungen

Fühlt sich ein Kind in seinem Körper wohl, ist es selbstbewusster und findet leichter Freunde: Wer sich selbst annimmt wird es auch von anderen leichter angenommen.

Freude an körperlichen Aktivitäten

Mit schwindendem Körpergewicht und zunehmender Leistungsfähigkeit steigt auch die Freude an körperlichen Aktivitäten und Bewegung. Frustessen wird unnötig.

Bereit für Veränderung?

Was die richtige Ernährung betrifft wollen wir an dieser Stelle niemand mit Listen “verbotener” und “erlaubter” Lebensmittel, Kalorientabellen, Fettangaben und ultimativen Abnehmrezepten langweilen. Es dürfte kaum noch Eltern geben, die sich unter “gesunder Ernährung” nichts vorstellen können. Gesunde Ernährung scheitert normalerweise nicht am fehlenden Wissen sondern an der Umsetzung dieses Wissens in die Praxis. Mitmachen bei der Ernährungsumstellung sollte die ganze Familie. Kein Kind wird die große Liebe zur rohen Karotte entdecken während die restliche Familie fetttriefende Hamburger in sich stopft. Außerdem sollten Kinder mit in die Planung einbezogen werden. Was wird gekocht? Was kaufen wir ein? Wer hilft beim Kochen? Viel wichtiger und langfristig effektiver als eine strenge Diät sind gemeinsam geplante Mahlzeiten und Geduld bei der Umstellung von Essgewohnheiten.

Mit Freude an Bewegung zum Idealgewicht

Gerade hier ist der Einsatz der ganzen Familie gefragt. Natürlich können wir übergewichtige Kinder auch einfach in einem Sportverein anmelden. Und wenn es da gerne hingeht ist das eine tolle Sache. Aber gerade mollige Kinder gehen nicht gerne in einen Verein. Erstens befürchten sie, wegen ihrer überflüssigen Pfunde gehänselt zu werden und zweitens zählt oft nicht der persönliche Einsatz sondern die erbrachte Leistung und ständig der langsamste oder schlechteste zu sein macht keinen Spaß. Genau darum sollte es aber gehen: Um Spaß an Bewegung und Freude an körperlicher Aktivität. Außerdem verleitet Eltern die Tatsache ihr Kind in einem Verein angemeldet zu haben leicht dazu die Verantwortung abzuschieben. Aber selbst wenn Kinder zweimal die Woche für je eine Stunde Sport machen ist das nicht ausreichend, wenn sie die restliche Woche im Sitzen verbringen. Vielmehr sollte Bewegung ein selbstverständlicher Bestandteil des Familienalltags werden. Hier sind ein paar einfache Tipps wie wir Kinder zu mehr Bewegung motivieren können:

  • Eltern als Vorbild: wenn Kinder sehen, dass ihre Eltern Spaß an Bewegung haben sind sie leichter zu körperlichen Aktivitäten zu motivieren.
  • Kleine gemeinsame Ausflüge: eine kindgerechte Wanderung, ein Spaziergang oder eine kleine Radtour
  • Kontakt zu anderen Eltern (von übergewichtigen Kindern): Gemeinsame Aktivitäten, aktive Spielenachmittage, abwechselndes Fahren zum Schwimmbad
  • Integration von Bewegung in den Alltag: zu Fuß zum Einkaufen, Treppe statt Aufzug
  • Das “draußen sein” schmackhaft machen: im Garten spielen und toben bewusst erlauben, einfache Spielzeuge und Mittel zur Verfügung stellen, die zur Bewegung einladen (Ball, Brett zum balancieren, Seil zum Springen,…) 

Erster Schritt:

Ganz egal wie der individuelle Plan aussieht: Wichtig ist die Konzentration auf das, was wir erreichen wollen: gesunde Mahlzeiten statt Verbot bestimmter Lebensmittel, Freude an Bewegung statt generellem Fernsehverbot, abwechslungsreiches Freizeitangebot statt Langeweile und Frust, bewusste Entscheidung für Bewegung statt Konzentration auf die Unzufriedenheit mit dem eigenen Körper!

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