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Hilfe, mein Kind ist zu dick!

Bis zu 20% aller Kinder Deutschlands haben Übergewicht. Tendenz steigend. Ärzte warnen Eltern seit langem vor den Folgen, kaum ein Tag vergeht ohne dass dieses Thema von den Medien aufgegriffen wird und trotzdem haben immer mehr Kinder “Jahresringe”. Was läuft falsch? Und was können Eltern konkret tun um ihren Kindern zu helfen?

 

Übergewicht – mehr als nur ein optisches Problem

Übergewicht ist ein Risikofaktor für das Auftreten von Diabetes und Herzkreislauferkrankungen. Auch hormonelle Veränderungen sowie Probleme des Bewegungsapparates  können Folgen von überflüssigen Pfunden sein. Außerdem sind dicke Kinder weniger leistungsfähig. Sie werden öfter von anderen Kindern gehänselt, sind weniger selbstbewusst, schwitzen leichter und sind kurzatmiger.  

Wie können Eltern ihren Kindern helfen?

Mit allgemeinen Ratschlägen wie “Du darfst deinem Kind eben nicht so viele Süßigkeiten geben!” oder “Zieh doch den Fernseher aus der Steckdose, dann wird dein Kind schon vom Sofa hoch kommen!” ist niemand geholfen. Wichtig ist erst einmal nach der Ursache zu fragen. Tatsächlich gibt es genetische Veranlagungen die zu Übergewicht führen, was aber eher selten der Fall ist. Verplante Nachmittage, Hausaufgaben, Medien und das Bedürfnis der Eltern, ihre Kinder in sicherer Nähe zu wissen, begünstigen den sitzenden Lebensstil. Stress und Überforderung (in der Schule) können dazu führen, dass Kinder Trost im Essen suchen. Und in welcher Familie gibt es heute noch täglich eine frisch gekochte, gesunde Mahlzeit bei der alle Familienmitglieder in aller Ruhe gemeinsam essen? Demnach sind die zwei häufigsten Ursachen für Übergewicht falsche Essgewohnheiten und Bewegungsmangel. Wenn wir Kindern effektiv helfen wollen ihre überflüssigen Pfunde los zu werden, dann müssen wir genau dort ansetzen: Es geht nicht darum Kindern Süßigkeiten, Fernsehen oder das Handy zu verbieten. Hier geht es um unsere Bereitschaft, die Essgewohnheiten und das Bewegungsverhalten der ganzen Familie zu verändern!  

Mit Bewegung zum Idealgewicht

Hier ist der Einsatz der ganzen Familie gefragt. Natürlich können übergewichtige Kinder einfach in einem Sportverein angemeldet werden. Und wenn es da gerne hingeht ist das eine tolle Sache. Aber gerade mollige Kinder gehen nicht gerne in einen Verein. Erstens befürchten sie, wegen ihrer überflüssigen Pfunde gehänselt zu werden und zweitens zählt oft nicht der persönliche Einsatz sondern die erbrachte Leistung und ständig der langsamste oder schlechteste zu sein macht keinen Spaß. Genau darum sollte es aber gehen: Um Spaß an Bewegung und Freude an körperlicher Aktivität. Außerdem verleitet Eltern die Tatsache ihr Kind in einem Verein angemeldet zu haben leicht dazu die Verantwortung abzuschieben. Aber selbst wenn Kinder zweimal die Woche für je eine Stunde Sport machen ist das nicht ausreichend, wenn sie die restliche Woche im Sitzen verbringen. Vielmehr sollte Bewegung ein selbstverständlicher Bestandteil des Familienalltags werden. Hier sind ein paar effektive Vorschläge wie Kinder zu mehr Bewegung motiviert werden können:

  • Eltern als Vorbild: wenn Kinder sehen, dass ihre Eltern Spaß an Bewegung haben sind sie leichter zu körperlichen Aktivitäten zu motivieren.
  • Kleine gemeinsame Ausflüge: eine kindgerechte Wanderung, ein Spaziergang oder eine kleine Radtour
  • Kontakt zu anderen Eltern (von übergewichtigen Kindern): Gemeinsame Aktivitäten, aktive Spielenachmittage, abwechselndes Fahren zum Schwimmbad
  • Integration von Bewegung in den Alltag: zu Fuß zum Einkaufen, Treppe statt Aufzug
  • Das “draußen sein” schmackhaft machen: im Garten spielen und toben bewusst erlauben, einfache Spielzeuge und Mittel zur Verfügung stellen, die zur Bewegung einladen (Ball, Brett zum balancieren, Seil zum Springen,…) 

Erster Schritt:

Ganz egal wie der individuelle Plan aussieht: Wichtig ist die Konzentration auf das, was wir erreichen wollen: gesunde Mahlzeiten statt Verbot bestimmter Lebensmittel, Freude an Bewegung statt generellem Fernsehverbot, abwechslungsreiches Freizeitangebot statt Langeweile und Frust, bewusste Entscheidung für Bewegung statt Konzentration auf die Unzufriedenheit mit dem eigenen Körper!

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